Erste Probe nach der Corona-Pause, unter Einhaltung aller Abstandsregeln und Hygiene-Protokolle …


Anlässlich des ausgefallenen Konzertes zu Palmarum: Christus v. F. Mendelssohn-Bartholdy

Virtuelles Konzert von Christian Kabitz

Heute, am Palmsonntag des Jahres 2020, sollte eigentlich in der Peterskirche zu Heidelberg Mendelssohns unvollendetes Oratorium „Christus“ erklingen, das letzte Chorwerk, das er kurz vor seinem Tode zu komponieren begonnen hatte.

Wie alle anderen Konzertveranstaltungen kann auch diese Aufführung nicht stattfinden – wir leben in schweren Zeiten, und gerade Frau Musica, die Trösterin, kann nun nicht mehr live erklingen.

Wir wollen Sie, liebe Freunde des Bachchores Heidelberg und potentielle Konzertbesucher, aber ein klein wenig trösten und Sie mit der Musik erfreuen, die eigentlich heute Abend von uns für Sie zum Leben erweckt worden wäre. 

Hier der wunderbare Chor „Es wird ein Stern in Jakob aufgehen“ aus dem ersten Teil des „Christus“ – die Vision einer besseren Welt, die wir gerade heute ganz gut gebrauchen können.

https://youtu.be/dFX1X8M0OtI

Ein paar Sätze zum Werk: Nach den großen Erfolgen seiner beiden Oratorien „Paulus“ und „Elias“ begann Mendelssohn über die Krönung seiner Trilogie nachzudenken. Elias, eine biblische Gestalt aus dem Alten Testament, dann Paulus, der Religionstífter aus dem Neuen Testament – und nun Christus, der Versöhner von Altem und Neuem Testament.

Schwierig gestaltete sich die Suche nach einem Librettisten, denn Mendelssohn, der ja Bachs Matthäus-Passion aus dem 100jährigen Schlaf des Vergessens geholt hatte, wollte nicht wie der Thomaskantor den Evangelienbericht eins zu eins vertonen, sondern erhoffte sich eine neue, freiere Textvorlage.

Wahrscheinlich ist dies der Grund, dass das Komponieren nur schleppend voranging und dann mit dem Tode Mendelssohns abrupt endete. Erhalten sind nur zwei Teile – ein kurzer zum Thema der Geburt Jesu und ein etwas längerer zu Verurteilung und Kreuzigung.

Christian Kabitz hat nun aus anderen Werken Mendelssohns eine Fassung erstellt, die von der Ankündigung des Erlösers bis zu seiner Grablegung einen geschlossenen Kreis bietet, ähnlich dem Messias von Händel. Dazu hat er ausschließlich andere Werke Mendelssohns komplett oder in passenden Ausschnitten herangezogen.

Gehen Sie mit uns durch das Leben Jesu mit ausgewählten Tonbeispielen.

Mendelssohn hat prächtige Chor-Introiten zu den Festtagen des Kirchenjahres geschrieben, hier das achtstimmige „Frohlocket dem Herren“ zum Advent.

https://youtu.be/cqVYmIZUGcs

Für seine Weihnachtskantate „Vom Himmel hoch“ hat Mendelssohn ein berückend schönes Sopran-Solo komponiert, mit dem etwas altertümlichen Titel „Seie willekommen, edler Gast“, das uns hier etwas früh auf Weihnachten einstimmt.

https://youtu.be/lPS3_uTZq34

Ein fast völlig unbekanntes Werk Mendelssohns ist die Kantate „Lauda Sion“, die das Geheimnis des Abendmahls zum Thema hat. Christian Kabitz hat Ausschnitte aus diesem großartigen Werk als Beginn der Leidensgeschichte aufgenommen.

Hören Sie hier einen Ausschnitt aus dem Finale, das die vier Solisten, den Chor und das Orchester vereint. Mit dem Text „Sieh, der Engel Himmelsspeise“ wird noch einmal Bezug genommen zum Geheimnis der Einsetzung des Abendmahls.

https://youtu.be/4hKiQPG7a9c

Im zweiten Teil des „Christus“ steigt Mendelssohn direkt in die Szene ein, als Jesus vor Pilatus steht. Ähnlich wie in Bachs Johannes-Passion bekommen die Turba-Chöre scharfe Akzente und zunehmende Aggressivität.

https://youtu.be/UypnwInLJUY

Aus Mendelssohns früher Choralkantate „O Haupt voll Blut und Wunden“ erklingt als letzter Nachklang zur Passion der Choral „Ich will hier bei dir stehen“.

https://youtu.be/7H_qiIR5mDo

Einen Ausklang zu seinem Oratorium „Christus“ hat Mendelssohn nicht mehr schreiben können. Hier hat Christian Kabitz eine Bitte um Frieden eingesetzt, die mit zu seinen schönsten Kompositionen zählt.

Wir schließen uns dieser Bitte an und wünschen Ihnen Frieden und eine baldige Aussicht auf bessere Zeiten!

Bleiben Sie uns, ihrem Bachchor Heidelberg, verbunden!

https://youtu.be/SDR99eIwCJU

Ich bedanke mich sehr herzlich für die kostenfreien Tonbeispiele bei meinem Kollegen Matthias Beckert und seinem Monteverdi-Chor Würzburg, bei Thomas Wöltche und dem Kantatenchor Bad Kissingen, beim Ensemble Instrumental Lausanne und Michel Corboz, bei meinem Freund Thomas Hengelbrock und dem Balthasar-Neumann-Ensemble und schließlich bei meinem langjährigen Weggefährten Gotthold Schwarz und seinen Thomanern in Leipzig.  Christian Kabitz!


Optische Eindrücke

Programm und Videos von der Chorreise Montpellier:

Programm Montpellier
Programm Montpellier
Notre pere

Die folgenden zwei Videos wurden in der Friedenskirche Handschuhsheim produziert. Der Bachchor hatte zuvor beide Stücke für ein Konzert einstudiert, das nicht live mitgeschnitten werden konnte. Da die Stücke so schön und reizvoll sind (und von dem Langlais keine öffentlichen Videos auffindbar waren), wurde dieses Videoprojekt beschlossen und im Juni 2019 durchgeführt. Viel Spaß beim Schauen!

Hier ein paar Eindrücke von der Chorreise nach Montpellier (3.10. – 6.10.2019):

Akustische Eindrücke

Domine non secundum
Te Deum