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DONA NOBIS PACEM – Rückblick auf unser Konzert am 1. März 2025

Eine Bitte um Frieden vom Barock bis zur Moderne

3. Bachchorkonzert der Spielzeit 2024/25

Gregorianische Psalmodie: Da Pacem | Pēteris Vasks: Da Pacem, Domine | Felix Mendelssohn Bartholdy: Verleih uns Frieden gnädiglich | Lili Boulanger: Pie Jesu | Cyrillus Kreek: Psalm 22 | Ester Mägi: Vesper | Johann Sebastian Bach: Gib Frieden, Herr, gib Frieden | Arvo Pärt: Da Pacem, Domine | Ola Gjeilo: Sanctus & Agnus Dei & Dona nobis Pacem | Hanna Havriylets: Prayer to the Mother of God | Leonard Bernstein: Adonai elohim

GEDANKEN ZU SEINEM PASTICCIO VON CHRISTAN KABITZ

Vor vermutlich 1200 Jahren ist das lateinische Stundengebet zum ersten Mal gesungen worden, und vor ziemlich genau 500 Jahren hat Marin Luther die deutsche Übersetzung geschaffen:

Da pacem, Domine,
    
Verley uns frieden gnediglich
in diebus nostris,
    
Herr Got zu unsern zeyten,
quia non est alius,
    
Es ist doch ya keyn ander nicht,
qui pugnet pro nobis,
    
der für uns künde streitten.
nisi tu Deus noster.
    
Denn du unser Godt allaine.

Mit den Worten „zu unsern zeyten“ hat Luther die Aktualität seiner Bitte um einen irdischen Frieden unterstrichen – und das ist es, was diese uralte lateinische Weise so hochmodern macht: Auch heute bitten wir jeden Tag um Frieden, in der Ukraine, im Gazastreifen und an vielen anderen Orten der Welt, die vielleicht nicht so in unserem Fokus stehen – aber eben in unseren Zeiten.

Viele tausend Komponisten haben ihre jeweils eigene Vertonung dieser wenigen Worte geschaffen; unser Programm vom 1. März zeigt, welch großartige Musik entstehen kann, wenn persönliche Bedrängnis, wenn Existenzangst zu Musik wird und wir ganz unmittelbar mit hineingenommen werden.
Wir schließen unser Konzert mit Leonard Bernstein, der eine Hoffnung ans Ende seiner Chichester-Psalms gesetzt hat: „Siehe, wie gut und angenehm es ist, wenn Geschwister leben zusammen in Eintracht.“

STIMMEN AUS DEM PUBLIKUM

„Das Konzert in der Peterskirche am 1. März 2025 gehört zum Ergreifendsten, Schönsten und Besten an Musik, was ich in in den vielen Jahrzehnten meines Daseins erlebt habe. Ich bin nun 76 Jahre alt und habe in aller Welt sehr viele Musikaufführungen aller Art genossen. Doch das Wort „genießen“ ist hier völlig fehl am Platze. Es geht um etwas viel, viel Tieferes.
Schon die Auswahl der Kompositionen war genial. Bereits von den ersten erklingenden Tönen ging etwas Zauberhaftes aus, und diese Empfindung hielt bis zum Schlussakkord an.
Kurz vorher hatte ja die entsetzliche Konfrontation zwischen Trump und Selenskyj im Machtzentrum der USA die ganze verheerende Angst einflößende Brutalität und Unberechenbarkeit des Krieges ins Bewusstsein gebracht und sicherlich die Sehnsucht von uns allen nach Frieden umso spürbarer werden lassen. Mit Ihrer Musik haben Sie meine Angst vor einer weiteren Eskalation spürbar beruhigt, indem Sie die ganze Essenz jeglicher Kultur bewusst gemacht haben. Nur sehr selten habe ich eine derartige ergriffene Stille in einem Publikum erlebt.“  (Rolf Verres)

„Vielen Dank für das heutige Konzert in der Peterskirche. Es war göttlich und hoffen wir, dass die Weltpolitik davon etwas abbekommt.“ (anonym)

EIN ZEICHEN DER VERBUNDENHEIT

Musik gibt uns die Möglichkeit, innezuhalten und gemeinsam einen positiven Moment zu erleben. Besonders in bewegten Zeiten möchten wir mit unserer Musik Hoffnung und Verbindung spürbar machen. Wir freuen uns, wenn uns das gelingen kann.

Der Bachchor dankt dem Philharmonischen Orchester, den Solisten Johanna Greulich und Ipča Ramanović und allen, die diesen unvergesslichen Abend ermöglicht haben.

Zu allen Audio-Werkseinführungen – u.a. zum Programm „Dona Nobis Pacem“ durch Christian Kabitz

Akustischer Eindruck aus der Generalprobe